|
Bei der homophonen Verschlüsselung handelt es sich um eine bereits im 17. Jahrhundert weit verbreitete symmetrische Verschlüsselungsmethode, die gegenüber der Monoalphabetischen Verschlüsselung
erhöhte Sicherheit bietet, dabei aber immer noch leichter handzuhaben ist als Polyalphabetische Substitution oder moderne Verfahren.
Ein beliebtes Angriffsverfahren gegen die monoalphabetische Verschlüsselung ist eine Häufigkeitsanalyse einzelner Zeichen, die
es bei hinreichend langen Texten über die bekannten Buchstabenhäufigkeiten der Sprache erlaubt, auf einzelne Buchstaben zu
schließen.
Die homophone Verschlüsselung tritt dieser Methode entgegen, indem eine Glättung der relativen Häufigkeiten der einzelnen
Klartextbuchstaben herbeigeführt wird. Dies erreicht man, in dem man dem selben Klartextbuchstaben mehrere Codeworte (z.b.
Zahlen) zuordnet, und zwar idealerweise eine Zahl von Codeworten, die der prozentualen Häufigkeit des Buchstabens in der Sprache
des Klartexts entspricht.
Beispiel
Der Buchstabe "e" hat im Deutschen in etwa die prozentuale Häufigkeit 17%, der Buchstabe "h" in etwa die Häufigkeit 5%. Man
könnte nun mit 100 Codeworten arbeiten (z. B. den Zahlen 00-99) und würde nun dem Buchstaben "e" 17 Codeworte zuweisen und dem
Buchstaben "h" 5 Codeworte, und diese Codeworte gleichmäßig einsetzen. Im verschlüsselten Text würde dann jedes Codewort mit
einer Häufigkeit von 1% auftauchen und keine Rückschlüsse über Häufigkeitsanalyse auf den Klartextbuchstaben erlauben.
Bei hinreichend langen Texten erlaubt die homophone Verschlüsselung allerdings immer noch Angriffe über z. B. die statistisch
bekannten Häufigkeiten von in der Sprache verbreiteten Bigrammen (ch, qu, ck etc.)
Siehe auch: Kryptografie, Kryptologie
|