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Der Homomorphiesatz macht eine Aussage über die Auswirkung eines Homomorphismus auf algebraische
Strukturen wie Gruppen, Vektorräume, Module und Ringe. Er ist ein fundamentales Resultat der universellen Algebra.
Die minimale algebraische Struktur, für die es einen Homomorphiesatz gibt, ist die Gruppe.
Wir betrachten einen Gruppen-Homomorphismus f von einer Gruppe G in eine andere Gruppe H. Der
Homomorphismus hat einen Kern ker(f), der ein
Normalteiler von G ist. Der größeren Allgemeinheit halber legen
wir unserem Satz nicht ker(f) selbst zugrunde, sondern einen Normalteiler K von G, der, statt mit
ker(f) überzueinstimmen, auch eine Teilmenge sein darf: K?ker(f).
Der Normalteiler K induziert die Faktorgruppe
G/K, also die Menge der Nebenklassen aK mit a?G. Die kanonische Projektion
?:G?G/K ist ein surjektiver Gruppen-Homomorphismus,
der jedem Element a?G die zugehörige Nebenklasse aK zuordnet.
Unter diesen Voraussetzungen besagt der Homomorphiesatz: es existiert eindeutig ein Gruppen-Homomorphismus h:
G/K?H mit f = h ?.
Der Zusammenhang wird durch das folgende kommutative Diagramm veranschaulicht:

-
- Erläuterung: Warum ist diese Aussage nicht völlig trivial ? Ergibt sich aus der Festlegung f = h ?
nicht unmittelbar die Existenz und Eindeutigkeit von h ? Nein, denn ? ist nicht bijektiv und damit nicht umkehrbar.
Wir können h deshalb nicht einfach als f?-1 bestimmen.
- Beweis: (1) Jedes Element von G/K können wir aK schreiben, mit a?G. Dann gilt:
h(aK) = h(?(a)) = f(a). Also ordnet h jedem Urbild ein Abbild
zu.
- (2) Wir erklären h durch die Gleichung h(aK) = f(a) und untersuchen, wie
h auf eine alternative Darstellung des Urbildes wirkt, bK=aK. Es gilt
b-1a?K?ker(f), somit f(b-1a)=1 (neutrales
Element von H). Weil f ein Gruppen-Homomorphismus ist, folgt f(a)=f(b).
Also ordnet h jedem Urbild, unabhängig von dessen Darstellung, nur ein eindeutiges Abbild zu.
- Damit ist die Existenz und Eindeutigkeit von h gezeigt. Zu zeigen, dass h ein Gruppen-Homomorphismus ist,
ist unschwierig und nicht weiter lehrreich.
Wenn K=ker(f), dann ist h sogar injektiv
und bildet einen Isomorphismus zwischen G/K und dem Bild f(G).
Aus dem Homomorphiesatz folgen die drei Isomorphiesätze.
Siehe auch: Gruppentheorie-Glossar.
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