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Viele Phänomene lassen sich mit einer Halbwertszeit beschreiben, wenn eine prozentual konstante Abnahme
(exponentielle Abnahme) festzustellen ist. Das bekannteste
Beispiel hierfür ist die Halbwertszeit radioaktiver Isotope. Bei exponentiellem Wachstum spricht man statt der Halbwertszeit von
einer Verdoppelungsrate, die der Halbwertszeit
mit umgekehrtem Vorzeichen entspricht.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Zerfallsgesetz
2 Radioaktive Halbwertszeit
3 Biologische Halbwertszeit
4 Bibliometrische Halbwertszeiten
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Zerfallsgesetz
In der allgemeinen Formel für negatives exponentielles
Wachstum

ist die Geschwindigkeit der Abnahme durch die Zerfallskonstante (auch Zerfallsrate oder
Abnahmerate) ? bestimmt. Beim radioaktivem
Zerfall sind beispielsweise nach der Zeit t sind von N0 Ausgangskernen noch
N übrig.
Die Halbwertszeit T1/2 ist mit der Zerfallsrate verbunden über
- ?·T1/2 = ln(2)
- ? = ln(2) / T1/2
Radioaktive Halbwertszeit
Die physikalische Halbwertszeit ist in der Kernphysik
diejenige Zeitspanne, die statistisch gesehen verstreicht, bis die Menge eines bestimmten
radioaktiven Isotops auf
die Hälfte gesunken ist, das heißt sich in andere Atome umgewandelt hat. Für jedes Isotop ist die Halbwertszeit eine
Konstante.
Die Anzahl der verbleibenden Kerne zu einer bestimmten Zeit ist durch das Zerfallsgesetz gegeben.
Halbwertszeiten für einige radioaktive Isotope:
- Uran (238U): 4,5 Mrd. Jahre
- Kohlenstoff (14C): 5730 Jahre
- Radium (236Ra): 1622 Jahre
- Thorium (223Th): 0,9 Sekunden
Abgeleitet von der Halbwertszeit, spricht man auch von der Ganzwertszeit, die die zehnfache HWZ ist.
Genaugenommen ist die Abnahme der Aktivität 2-10 = 1/1024, praktisch ist keine Strahlung mehr anzunehmen.
Siehe auch: Lebensdauer (Physik)
C-14 Methode
Wie funktioniert die C-14 Methode? Das Isotop C-14 ist in einem festen
Verhältnis in unserer Atmosphäre enthalten. Durch Einatmen und durch Nahrungsaufnahme, kommt es auch im Körper aller Lebewesen zu
einem festen Verhältnis zwischen normalem C-12 und instabilem C-14. Wenn nun das Lebewesen (auch Pflanzen) stirbt, dann hört es
logischerweise auf zu Atmen beziehungsweise Nahrung aufzunehmen. Das hat zur Folge, dass der Anteil an C-14 immer geringer wird.
Anhand der radioaktiven Strahlung, die von einem toten Lebewesen ausgeht, kann man bestimmen, wie viel Prozent des ursprünglichen
C-14 Anteils noch vorhanden sind und in der Folge den Tod des Lebewesens und damit das Alter des Fundes bestimmen.
Ein Beispiel: Ein Stoff hat noch 90 % des normalen Anteils von C14
- t=t(0,5)*ln(0,9)/ln(2)=5730a*ln(0,9)/ln(2)=-870,98a
Die Probe ist also 870,98 Jahre alt
Biologische Halbwertszeit
Die biologische Halbwertszeit bezeichnet im speziellen die Zeitspanne t1/2, in welcher der
menschliche Körper die Hälfte der inkorporierten radioaktiven Stoffe wieder ausgeschieden hat. Allgemeiner läßt
sich die biologische Halbwertszeit auf alle Stoffe beziehen, die in den menschlichen Körper gelangen.
Bibliometrische Halbwertszeiten
In der Bibliometrie lassen sich bei der Untersuchung von Publikationen verschiedene Halbwertszeiten feststellen. Brooks untersuchte
als einer der ersten Halbwertszeiten auf diesem Gebiet.
Die Halbwertszeit von Literatur beträgt etwa 5 Jahre. Dies gilt sowohl für die Lektüre als auch die Anzahl
der Zitationen. Das heißt, dass ein Werk durchschnittlich jedes Jahr um
etwa 14% weniger oft aus einer Bibliothek entliehen oder zitiert wird als im
vorangegangenen (abgesehen von Klassikern und den neuesten Werken).
Die Halbwertszeit von Hyperlinks beträgt etwa 51 Monate. Das heißt, dass nach einem Jahr etwa 15% aller
Hyperlinks nicht mehr gültig sind.
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