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Mathematik Begriff Erklärung Gammafunktion Formel Hilfe Hausaufgabeb
Gammafunktion
Inhaltsverzeichnis
1 Definition
2 Darstellungsformen
3 Der Satz von Bohr-Mollerup
4 Funktionalgleichungen
5 Geschichtliches
6 Literatur
7 Weblinks

 

Definition

Die Gammafunktion ist eine meromorphe Funktion, die definiert wird als

\Gamma(x)=\int_0^\infty t^{x-1} e^{-t} \mathrm{d}t

für x > 0. Die Gammafunktion besitzt keine Nullstellen.

Sie ermöglicht die Berechnung der Fakultätsfunktion für nicht-ganzzahlige Werte und dient als Grundlage für die Definition der Gamma-Wahrscheinlichkeitsverteilung.

Für ganzzahlige positive Werte gilt

?(n) = (n - 1)!,

was sich aus der Funktionalgleichung

\Gamma(x+1) = x\cdot\Gamma(x)

induktiv ergibt.

 

Darstellungsformen

Eine weitere Ausweitung des Definitionsbereichs erlaubt die Darstellung der Gammafunktion nach Gauß:

\Gamma(x) = \lim_{n \to \infty} \frac{n!\,n^x}{x(x+1)(x+2)\cdots(x+n)} \;\hbox{für}\; x \in \mathbb{R}\backslash \{0, -1, -2, \dots\}.

Direkt aus der Gaußschen Darstellungsform abgeleitet ist diejenige von Karl Weierstraß:

\Gamma(x) = \left[ x \cdot \mathrm{e}^{\gamma x} \cdot \prod_{k=1}^{\infty} \left(1+\frac{x}{k}\right)\mathrm{e}^{-x/k} \right]^{-1},

wobei die Eulersche Konstante ? definiert ist als

\gamma = \lim_{n \to \infty} \left( \sum_{k=1}^n \frac{1}{k} - \ln n \right).

Näherungswerte der Gammafunktion für x > 0 liefert die Stirlingsche Formel

\Gamma(x) = \sqrt{2\pi}x^{x-1/2}\mathrm{e}^{-x+\mu(x)} \; \hbox{mit} \; 0 < \mu(x) < \frac{1}{12x}.

 

Der Satz von Bohr-Mollerup

Der Satz von Bohr-Mollerup (1922) erlaubt eine erstaunlich einfache Charakterisierung der Gammafunktion.


Theorem: Eine Funktion G : (0;?) ? \mathbb{R}_+ ist in diesem Bereich die Gammafunktion, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind:

  1. G (1) = 1
  2. G (x+1) = x · G (x)
  3. G ist logarithmisch konvex

 

Funktionalgleichungen

Der Ergänzungssatz der Gammafunktion

\Gamma(x)\Gamma(1-x) = \frac{\pi}{\sin \pi x}

erleichtert die Berechnung von Werten der Gammafunktion aus bereits bekannten Funktionswerten ebenso wie die Legendresche Verdopplungsformel

\Gamma\left(\frac{x}{2}\right)\Gamma\left(\frac{x+1}{2}\right) = \frac{\sqrt{\pi}}{2^{x-1}}\Gamma(x).

 

Geschichtliches

1730 stellte Leonhard Euler in einem Brief an Christian Goldbach folgendes Integral zur Interpolation der Fakultätsfunktion vor:

\Gamma(x) = \int_0^1 \left[\ln\left(\frac{1}{t}\right)\right]^{x-1} \mathrm{d}t

(diese Funktionsdefinition geht durch die Substitution u = ln (1/t) in die obige Form über)

Dieses Integral entdeckte Euler bei der Untersuchung eines Problems aus der Mechanik, bei dem die Beschleunigung eines Partikels betrachtet wird.

 

Literatur

  • E. Artin Einführung in die Theorie der Gammafunktion. Leipzig, Teubner 1931.
    (nur noch in Bibliotheken erhältlich)
  • K. Königsberger Analysis I. Heidelberg, Springer 2003, ISBN 3-540-40371-X.

 

Weblinks

  • Die Gammafunktion bei Wolfram MathWorld (http://mathworld.wolfram.com/GammaFunction.html)
Dieser Artikel ( Gammafunktion ) stammt aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
und steht unter der GNU Free Documentation Licence. 
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