|
Ein euklidischer Raum ist in der Mathematik ein Raum, für
welchen die Gesetze der euklidischen Geometrie gelten.
Euklidische Räume existieren in beliebigen Dimensionen n. Ein zweidimensionaler euklidischer Raum heißt auch euklidische Ebene.
Algebraisch lässt sich ein euklidischer Raum in beliebigen Dimensionen n
(n > 0) durch das n-fache kartesische Produkt
der reellen Zahlenmenge R beschreiben. Er wird dann als Rn oder auch En bezeichnet. Durch
koordinatenweise Addition und Multiplikation mit Skalaren wird er
zu einem reellen Vektorraum, auf dem für zwei beliebige Punkte x =
(x1, ..., xn) und y=(y1,
...,yn) ein Skalarprodukt definiert werden
kann, indem die Koordinaten paarweise multipliziert und die entstehenden
Produkte aufaddiert werden. In drei Dimensionen ergibt sich so zum Beispiel:

Das Skalarprodukt ermöglicht die algebraische Definition von Abständen
und Winkeln. Dazu wird zunächst für jeden Punkt x eine
Norm genannte Länge festgelegt, die durch die Quadratwurzel aus dem Skalarprodukt des Vektors mit sich selber definiert ist.
Wiederum in drei Dimensionen ergibt sich zum Beispiel:

Der Abstand zweier Punkte x und y ergibt sich nun durch die euklidische Metrik d(x,y) (Euklidischer Abstand),
die sich als Norm der Differenz x-y errechnet. Als Beispiel in drei Dimensionen gilt dann:

Winkel zwischen zwei Vektoren x und y werden durch die Kosinus-Funktion festgelegt und
zwar definiert sich der Kosinus des Winkels als Quotient aus dem Skalarprodukt von x,y und dem Produkt ihrer Normen:

Euklidische Räume in der höheren Mathematik
Durch seine Metrik d ist jeder euklidische Raum R n ein metrischer Raum und somit auch ein topologischer Raum. Als Vektorraum ist er zudem das
klassische Beispiel für einen topologischen
Vektorraum. Insbesondere ist er ein Banachraum, ein Innenproduktraum und damit auch ein Hilbertraum. Nach einem Beweis von Brouwer sind euklidische Räume verschiedener Dimension nicht homöomorph aufeinander
abbildbar.
Ein euklidischer Raum ist zugleich der Prototyp einer topologischen und differenzierbaren Mannigfaltigkeit. Für alle Dimensionen außer vier ist eine zu R n homöomorphe Mannigfaltigkeit auch eine zu R n
diffeomorphe. Die in vier Dimensionen bestehenden Ausnahmen werden
exotische 4-Räume genannt.
Siehe auch: Raum (Mathematik), Hierarchie mathematischer
Strukturen, Mahalanobis-Distanz
|