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Entscheidungsbäume sind eine spezielle Darstellungsform von Entscheidungsregeln. Sie veranschaulichen
aufeinanderfolgende hierarchische Entscheidungen. Sie haben eine Bedeutung in der
- Wahrscheinlichkeitsrechnung mit bedingten
Wahrscheinlichkeiten (Beispiel bei Absolute
Häufigkeit),
- im Data-Mining und
- Entscheidungstheorie:in der ärztlichen
Entscheidungsfindung (Medizin) und in der Notfall-Medizin w:Emergency medical service (engl.).
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Funktionsweise
2 Beispiel einer Anwendung
3 Vor- und Nachteile
4 Wirksamkeit und Fehlerrate
5 Kombination mit Neuronalen Netzen
6 Algorithmen im Vergleich
7 Anwendungsprogramme
8 Siehe auch
9 Weblinks
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Funktionsweise
Entscheidungsbäume beginnen mit einem Stamm, an dessen Ende sich eine Verzweigung befindet, die in mehrere - mit Wahrscheinlichkeiten versehene - wiederum verzweigte Äste führt.
Jeder Endpunkt des Baums ist durch einen eindeutigen Weg erreichbar.
Entscheidungsbäume werden verwendet, um besser und mit weniger Fehlern eine Entscheidung treffen zu können. Im binären Entscheidungsbaum wird eine Serie von Fragen gestellt, welche alle mit Ja oder Nein
beantwortet werden können. Diese Serie ergibt ein Resultat, welches durch eine Regel bestimmt ist. Die Regel ist einfach
ablesbar, wenn man von der Wurzel her den Ästen des Baumes folgt, bis man zu einem bestimmten Blatt gelangt, welches das Resultat
der Fragereihe darstellt.
Entscheidungsbäume trennen die Daten in mehrere Gruppen, welche jeweils durch eine Regel mit mindestens einer Bedingung
bestimmt werden.
Um eine Klassifikation abzulesen, geht man dem Baum entlang abwärts.
Bei jedem Knoten wird ein Attribut abgefragt und ein Entscheid getroffen. Dieses Prozedere wird so lange fortgesetzt, bis man ein
Blatt erreicht.
Generiert werden die Entscheidungsbäume üblicherweise im Top-Down-Prinzip. Bei jedem Schritt wird das Attribut gesucht, mit welchem man die Daten am besten
klassifizieren kann. Dieses Attribut wird zur Aufteilung der Daten gebraucht, so dass man die verbliebenen, noch nicht
klassifizierten Daten, in weiteren Schritten separat betrachten kann. Entscheidungsbäume werden deshalb auch Klassifikationsbäume
genannt.
Entscheidungsbäume können als Systeme zur Regelinduktion angesehen werden. Sie sind einfach und verständlich präsentierbar. Ihre Generierung ist
schnell durchführbar.
Beispiel einer Anwendung
Eine Bank möchte mit einer Direct Mailing- Aktion einen neuen Service verkaufen. Um den Gewinn zu maximieren, sollen mit der Aktion
diejenigen Haushalte angesprochen werden, welche der Kombination von demografischen Variablen entsprechen, die der entsprechende
Entscheidungsbaum als optimal erklärt hat. Dieser Prozess wird Data Segmentation oder auch Segmentation Modeling genannt.
Der Entscheidungsbaum liefert also gute Tipps, wer positiv auf den Versand reagieren könnte. Dies erlaubt der Bank, nur
diejenigen Haushalte anzuschreiben, welche der Zielgruppe entsprechen.
Vor- und Nachteile
Die mögliche Größe der Entscheidungsbäume kann sich negativ auswirken. Jede einzelne Regel ist zwar leicht abzulesen, den
Gesamtüberblick zu haben ist jedoch sehr schwierig. Es wurden deshalb so genannte Pruning-Methoden entwickelt, welche die
Entscheidungsbäume auf eine vernünftige Größe kürzen. Beispielsweise kann man die maximale Tiefe der Bäume beschränken oder eine
Mindestanzahl der Objekte pro Knoten festlegen.
Oft bedient man sich der Entscheidungsbäume nur als Zwischenschritt zu einer effizienteren Darstellung des Regelwerkes. Um zu
den Regeln zu gelangen, werden durch verschiedene Verfahren unterschiedliche Entscheidungsbäume generiert. Dabei werden häufig
auftretende Regeln extrahiert. Die Optimierungen werden überlagert, um einen robusten, allgemeinen und korrekten Regelsatz zu
erhalten. Dass die Regeln in keinerlei Beziehungen zueinander stehen und dass widersprüchliche Regeln erzeugt werden können,
wirkt sich nachteilig auf diese Methode aus.
Ein großer Vorteil von Entscheidungsbäumen ist, dass sie gut erklärbar und nachvollziehbar sind. Dies erlaubt dem Benutzer,
das Ergebnis auszuwerten und Schlüsselattribute zu erkennen. Dies ist vor allem nützlich, wenn die Qualität der Daten nicht
bekannt ist. Die Regeln selber können ohne großen Aufwand in eine einfache Sprache wir SQL
übernommen werden.
Wirksamkeit und Fehlerrate
Die Wirksamkeit eines Entscheidungsbaumes kann an der Anzahl Prozentpunkte abgelesen werden, welche die Daten korrekt
klassifizieren. Einige Regeln funktionieren besser als andere.
Kombination mit Neuronalen Netzen
Entscheidungsbäume werden häufig als Basis für Neuronale Netze
verwendet. Sie brauchen nicht so viele Beispiele wie die Neuronalen Netze. Dafür können sie ziemlich ungenau sein, besonders wenn
sie klein sind. Große Bäume bergen hingegen die Gefahr, dass etliche Beispiele bei den Trainingsfällen nicht gesehen und
registriert werden. Deshalb versucht man Entscheidungsbäume mit Neuronalen Netzen zu kombinieren. Daraus entstanden die so
genannten TBNN, welche die Regeln der
Entscheidungsbäume in die Neuronalen Netze übersetzen.
Algorithmen im Vergleich
Die Methoden der Entscheidungsfindung änderten sich ziemlich stark in den letzten Jahrzehnten, mit dem Aufkommen der aktuellen
Algorithmen. Einige Fachbegriffe wie Wurzel, Kante, Knoten u.ä. wurden allerdings schon sehr früh benutzt. Noch nicht sehr alt
sind die verschiedenen Algorithmen, die zur Berechnung der Entscheidungsbäume verwendet werden.
Die Praxis unterscheidet verschiedene unterschiedliche Baumtypen. Am bekanntesten sind die CARTs (Classification And Regression Trees) und die
CHAIDs (Chi-square Automatic Interaction Detectors). In letzter Zeit häufig
verwendet wurde auch der C4.5-Algorithmus. Früher wurde stattdessen oft der ID3-Algorithmus verwendet.
Anwendungsprogramme
Es gibt etliche Anwendungsprogramme, die Entscheidungsbäume implementiert haben. So zum Beispiel die beiden
Statistiksoftwarepakete SPSS und SAS. Beide verwenden übrigens - wie die meisten anderen Data Mining-Software-Pakete auch - den
CHAID-Algorithmus.
Siehe auch
Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Neuronales Netz, Top-Down Induction of Decision Trees
Weblinks
- http://www.medical-cybernetics.de/methods/decis-theory/
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