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Ein dynamisches System beschreibt die zeitliche Veränderung von
Größen, z.B. die möglichen Bewegungsabläufe eines Pendels oder die zeitliche Veränderung von Populationszahlen zweier
konkurrierender Spezies (z.B. Räuber und Beute).
Man unterscheidet zwischen diskreten und kontinuierlichen dynamischen Systemen. Bei einem diskreten System
sind die betrachteten Größen Funktionen einer
ganzzahligen Variablen (meist n genannt), bei kontinuierlichen Systemen
sind sie Funktionen einer reellen Variablen (meist t genannt).
Wichtigstes Beispiel für kontinuierliche dynamische Systeme sind die Lösungen eines Systems gewöhnlicher Differentialgleichungen. Diskrete dynamische Systeme
erhält man z.B., wenn man die Lösungen einer Differentialgleichung nur in festen Zeitabständen auswertet. Ein weiteres wichtiges
Beispiel sind Rekursionen der Form xn +
1 = F(xn), wobei der Anfangswert x0
vorgegeben ist.
Formal ist ein kontinuierliches dynamisches System eine Abbildung wobei eine offene Teilmenge des oder einer differenzierbaren Mannigfaltigkeit ist, mit den Eigenschaften
- (a)?(0,x) = x für alle x und
- (b)?(t,?(s,x)) = ?(s + t,x) für alle s,t und
x.
Diese Definition gilt analog auch für diskrete dynamische Systeme, wenn man durch und die Variable t durch n ersetzt.
(a) bedeutet, dass "sich die Lösung nach 0 Zeiteinheiten im Ausgangszustand befindet". (b) bedeutet, dass man zunächst in s
Zeiteinheiten von a nach ?(s,x) gelangt und anschließend in t Zeiteinheiten von
?(s,x) nach ?(s + t,x).
In der Theorie dynamischer Systeme interessiert man sich besonders, bei gegebenem x, für das Verhalten von Lösungen
für (bzw. für )
Die wichtigsten Grenzmengen sind Fixpunkte und periodische Orbits. Gerade in nichtlinearen
Systemen trifft man aber auch komplexe nichtperiodische Grenzmengen an. Diese werden in der Chaostheorie ausführlich untersucht.
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