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Die ?-Funktion oder Dirac-Funktion (auch Dirac-Impuls genannt) wird in der
Naturwissenschaft durch ein kleines Delta ? dargestellt und
symbolisiert eine spezielle Distribution, die in der Mathematik und Physik von grundlegender
Bedeutung ist, deshalb ist der zu bevorzugende Name Delta-Distribution, da sie keine Funktion im herkömmlichen
Sinn ist. Die Bezeichnung Delta-Funktion ist eigentlich falsch, obwohl sie (vor allem bei Physikern) weit verbreitet ist. Im
selben ungenauem Sinne wird sie oft auch nach dem britischen Physiker Paul A. M. Dirac als Dirac-Function bezeichnet.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Anschauliche Definition
2 Exakte Definition
3 Anschauliche Darstellung
4 Praktische Anwendung
5 Darstellungen
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Anschauliche Definition
Die Delta-Distribution soll eine Funktion darstellen, die so definiert ist:

Die Stammfunktion der ?-Funktion ist die Heaviside-Funktion.

Die ?-Funktion ist genau genommen gar keine Funktion, sondern eine Distribution, die nur über ihr Integral definiert ist. Die Integration über eine ?-Funktion liefert 1, Integration über eine ?-Funktion multipliziert mit einer Funktion
f(x) liefert den Funktionswert von f an der Stelle
a, f(a).
Exakte Definition
Man kann sich leicht überzeugen, dass es keine (reelle) Funktion gibt, die die obigen Bedingungen erfüllt. Deshalb ist eine
exakte Definition nur im Rahmen der Theorie der Distributionen möglich.
Eine Distribution ist eine lineares Funktional auf einer Menge der Testfunktion, d.h. eine Distribution ordnet jeder Testfunktion
eine Zahl zu. Die Delta-Distribution ist durch folgende Zuordnungsvorschrift gegeben:

Der Wert, den die Delta-Funktion nach Anwendung auf eine Testfunktion liefert schreibt man auch als ?(?)
= < ?,? > , bzw. in einer nicht ganz präzisen Art auch als . Diese Schreibweise ist nicht richtig, weil die
Delta-Distribution eigentlich nicht integrierbar ist. Wenn man allerdings diese Integral-Schreibweise akzeptiert mit dem Wissen,
dass es eigentlich nur den Wert ?(?) bezeichnet, werden die obigen Formeln auch mathematisch
richtig.
Eigenschaften
- Faltungseigenschaft, auch 'Ausblendeeigenschaft' der Dirac-Funktion genannt

speziell für den Fall der konstanten Funktion 1:

- Fouriertransformation: Sei F die Fouriertransformation

anschaulich bedeutet das, dass in der Delta-Funktion alle Frequenzen enthalten sind.
- Hintereinanderausführung:

wobei xi die einfachen Nullstellen von g(x) sind. (Sofern g(x) nur endlich viele und nur
einfache Nullstellen hat).

D.h die Delta-Distribution ist homogen vom Grad -1.
Eine direkte Folgerung aus der Skalierungseigenschaft ist die Dimension bzw. Maßeinheit der Delta-Funktion. Sie
entspricht genau der reziproken Dimension ihres Arguments. Hat x beispielsweise die
Dimension Meter, so hat ?(x) die dimension (1/Meter).
Anschauliche Darstellung
Die Fourierzerlegung der Delta-Funktion ergibt ein kontinuierliches
Spektrum aller Frequenzen.
Anschaulich stellt man sich die Delta-Funktion als eine Funktion vor, die fast überall den Wert 0 hat, und die nur in einem
kleinen Intervall dx den Funktionswert ?y annimmt mit der Eigenschaft: dx · ?y=1
und anschließend das Intervall dx gegen 0 konvergieren läßt.
Umgangssprachlich: dx wird unendlich schmal, dafür ?y unendlich hoch, das Produkt bleibt endlich und beträgt
1. Am Ende dieses Gedankenexperiments erhält man einen Graphen, den man wegen der
unendlichen Amplitude nicht mehr zeichnen kann. Der rote senkrechte Pfeil in der Abbildung deutet wie üblich an, dass sich die
Linie in dieser Richtung unendlich fortsetzt.
Dieser Grenzwert, als Integral geschrieben, lautet (Diracsche Deltafunktion):

Praktische Anwendung
Praktische Bedeutung hat der Dirac-Stoß bei der Ermittlung der Impulsantwort in der
Akustik. So hat jeder Raum ein eigenes Schallverhalten. Mit einem Dirac-Impuls (angenähert durch ein Klatschen mit den Händen) kann diese Verhalten
ermittelt werden. Anwendung findet der Dirac-Impuls bspw. auch bei der Suche nach Ölvorkommen.
Typische, technisch realisierbare Dirac-Werte:
- Hochspannungstechnik ca. 1-100 ns Halbwertsbreite
- Hochfrequenztechnik ca. 10-100 ps Halbwertsbreite
- Laserpulstechnik ca. 10-100 fs
Halbwertsbreite
Siehe auch: Kronecker-Symbol, Distribution
Darstellungen
Eine in der Physik wichtige Darstellung der Delta-Distribution ist

wobei das Gleichheitszeichen nur unter passender Faltung mit einer Testfunktion richtig wird. Sehr anschaulich ist zum
Beispiel

vorstellbar als eine Folge von Gaußverteilungen, deren Schwerpunkt bei a liegt und deren
Höhe mit der Wurzel der fallenden Halbwertsbreite wächst. Das Gleichheitszeichen gilt wieder nur bei Faltung mit einer
Testfunktion und formeller Vertauschung von Grenzwert und Integration vor allen anderen Rechnungen. Weiterhin gibt es die
Darstellung mit Hilfe von Lorentzkurven,

wobei für das Gleichheitszeichen das selbe wie bei die Gaußverteilungen gilt.
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