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Christiaan Huygens (* 14. April 1629 in Den Haag, Niederlande; ? 8. Juli 1695
in Den Haag) war ein niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker.
Huygens wurde als Sohn Constantijn Huygens' geboren, der Sprachgelehrter, Diplomat, Komponist und der damals führende Dichter
Hollands war. Durch seinen Vater kam Christiaan schon früh mit bedeutenden
Persönlichkeiten in Kontakt, unter anderem mit Rembrandt, Peter Paul Rubens und René Descartes. Christiaan wurde als Kind von seinem Vater unterrichtet. Später studierte er zunächst
Jura, wechselte dann aber bald zu Mathematik und Naturwissenschaften.
Seine erste veröffentlichte Arbeit (1651) befasste sich mit der Quadratur von Kegeln.
Weiter beschäftigte er sich mit der Kreiszahl ? (pi), Logarithmen und er leistete wichtige Vorarbeiten für die Infinitesimalrechnung, auf denen dann Leibniz und Newton aufbauen konnten.
Des weiteren schrieb er eine Abhandlung über die Theorie des Würfelspiels (De ludo aleae), wodurch er heute als Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung gilt.
Zunehmend interessierte sich Huygens auch für die damals modernen Bereiche der Naturwissenschaften, Optik und die Astronomie mit Teleskopen. Er hatte Kontakt zu Leeuwenhoek, dem damals führenden Linsenschleifer und Konstrukteur von Mikroskopen. Kurzzeitig untersuchte auch
Huygens kleine Objekte unter dem Mikroskop.
Er begann aber bald selbst Linsen für Teleskope zu schleifen und
konstruierte zusammen mit seinem Bruder sein erstes Fernrohr. Huygens entwickelte
die Wellentheorie des Lichts, die es ihm
ermöglichte, Linsen mit geringeren Abbildungsfehlern (Aberration) zu schleifen und so bessere Teleskope zu bauen; seine
Entdeckungen bewirkten auch eine Steigerung der Bildschärfe bei der Camera
obscura und der Laterna magica. Er
formulierte als erster das nach ihm benannte Huygenssche
Prinzip, das als Grundlage der Wellenoptik gilt.
Huygens entdeckte mit seinem selbstgebauten Teleskop 1655 erstmals den Saturnmond Titan. Damit war der Saturn der zweite Planet nach dem Jupiter, bei dem ein Mond nachgewiesen werden konnte (Galilei hatte schon 1610 die vier größten Jupitermonde entdeckt). Außerdem konnte er durch die bessere
Auflösung seines Teleskops erkennen, dass das, was Galilei als "Ohren" des Saturns bezeichnet hatte, in Wirklichkeit die
Saturnringe waren.
Er fand auch heraus, dass diese Ringe keine Verbindung zum Planeten hatten, und dass ihr geheimnisvolles Verschwinden alle 14
Jahre dadurch zustande kam, dass man sie dann genau von der Seite sah, sie aber zu dünn waren, um von der Erde aus noch wahrgenommen werden zu können.
Weitere astronomische Leistungen Huygens waren die Entdeckung der Rotation des Mars und Berechnung der
Rotationsperiode (Marstag) mit ungefähr 24 Stunden, sowie die Erkenntnis, dass der Orion-Nebel aus einzelnen Sternen besteht. Ihm zu Ehren wird die
hellste Region des Orion-Nebels auch Huygenssche Region genannt. Er entdeckte ferner weitere Nebel und Doppelsternsysteme und äußerte die Vermutung, dass die Venus von einer dichten Wolkenhülle verhangen sei.
Neben der Astronomie interessierte sich Huygens auch für die Mechanik. Er
formulierte die Stoßgesetze und beschäftigte sich mit dem Trägheitsprinzip und Fliehkräften. Seine Untersuchungen von Pendelbewegungen konnte er zum Bau von Pendeluhren nutzen. Schon Galilei hatte eine Pendeluhr
entworfen, aber nicht gebaut. Huygens konnte seine Uhr zum Patent anmelden. Seine Uhren
wiesen nur eine Gangungenauigkeit von zehn Sekunden pro Tag auf, eine Präzision, die erst hundert Jahre später überboten werden konnte. Später konstruierte er auch Taschenuhren mit
Spiralfedern und Unruh.
In seiner letzten wissenschaftlichen Abhandlung 1690 formulierte Huygens den Gedanken,
dass es noch viele andere Sonnen und Planeten im Universum geben könnte und spekulierte bereits über außerirdisches Leben.
Christiaan Huygens wurde hoch geehrt. Er war als erster ausländischer Wissenschaftler Ehrenmitglied der britischen Royal Society und wurde der erste Direktor der 1666 gegründeten
französischen Akademie der Wissenschaften. Newton bezeichnete ihn als den
"elegantesten Mathematiker" seiner Zeit.
In den 1680er Jahren verschlechterte sich Huygens Gesundheitszustand, so dass er
häufiger zu Hause blieb. In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte sich der Wissenschaftler mit der Musiktheorie. 1695 starb Christiaan Huygens in Den Haag im Schlaf.
Nach Huygens wurde eine Weltraumsonde der ESA benannt, die im Januar 2005 im Rahmen der Cassini-Huygens Mission von NASA und
ESA auf dem Saturn-Mond
Titan landen und dabei dessen Atmosphäre untersuchen soll.
Publikationen
- Traité de la lumière - Abhandlung zu Reflexion und Refraktion
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