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Chinesischer Restsatz ist der Name mehrerer ähnlicher Theoreme
der abstrakten Algebra und Zahlentheorie.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Simultane Kongruenzen ganzer Zahlen
1.1 Teilerfremde Moduln
1.2 Allgemeiner Fall
2 Aussage für Hauptidealringe
3 Aussage für allgemeine Ringe
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Simultane Kongruenzen ganzer Zahlen
Eine simultane Kongruenz ganzer Zahlen
ist ein System von linearen Kongruenzen
für die alle x bestimmt werden sollen, die sämtliche Kongruenzen gleichzeitig lösen. Wenn eine Lösung x
existiert, dann sind mit M := kgV(m1,
m2, m3, ..., mn) die Zahlen x+kM (k in
Z) genau alle Lösungen. Es kann aber auch sein, dass es gar keine Lösung gibt.
Teilerfremde Moduln
Die Originalform des Chinesischen Restsatzes aus einem Buch des chinesischen Mathematikers Ch'in Chiu-Shao aus dem Jahr 1247 ist eine Aussage über
simultane Kongruenzen für den Fall, dass die Moduln teilerfremd sind. Sie lautet:
Seien m1, ..., mn paarweise teilerfremde positive ganze Zahlen, dann existiert für jedes Tupel ganzer Zahlen a1, ...,
an eine ganze Zahl x, die die folgende simultane Kongruenz erfüllt:
- x ? ai mod mi für i = 1,...,n
Alle Lösungen dieser Kongruenz sind kongruent modulo
M:=m1m2m3...mn.
Das Produkt M stimmt hier wegen der Teilerfremdheit mit dem kgV überein.
Finden einer Lösung
Eine Lösung x kann man wie folgt ermitteln. Für jedes i sind die Zahlen mi und
Mi:=M/mi teilerfremd, also kann man z.B. mit dem erweiterten Euklidischen Algorithmus zwei Zahlen r und
s finden, so dass
- r·mi + s·Mi = 1.
Setzen wir ei:=s·Mi, dann gilt
- ei ? 1 mod mi
- ei ? 0 mod mj, j ? i.
Die Zahl

ist dann eine Lösung der simultanen Kongruenz.
Beispiel
Gesucht sei eine ganze Zahl x mit der Eigenschaft
- x ? 2 (mod 3)
- x ? 3 (mod 4)
- x ? 2 (mod 5)
Hier ist M = 3 · 4 · 5 = 60, M1 = M/3 = 20, M2 = M/4 = 15,
M3 = M/5 = 12. Mit Hilfe des erweiterten Euklidischen Algorithmus berechnet man
- (-13) · 3 + 2 · 20 = 1, also e1 = 40
- (-11) · 4 + 3 · 15 = 1, also e2 = 45
- 5 · 5 + (-2) · 12 = 1, also e3 = -24
Eine Lösung ist dann x = 2 × 40 + 3 × 45 + 2 × (-24) = 167. Wegen 167 ? 47 mod 60 sind alle anderen Lösungen also
kongruent zu 47 modulo 60.
Allgemeiner Fall
Auch im Fall, dass die Moduln nicht teilerfremd sind, existiert manchmal eine Lösung. Die genaue Bedingung lautet: Eine Lösung
der simultanen Kongruenz existiert genau dann, wenn für alle i ? j gilt:
- ai ? aj mod ggT(mi,
mj).
Alle Lösungen sind dann kongruent modulo dem kgV der mi.
Eine simultane Kongruenz lässt sich im Falle der Existenz einer Lösung z.B. durch sukzessive
Substitution lösen, auch wenn die Moduln nicht teilerfremd sind.
Beispiel
Ein klassisches Rätsel besteht darin, die kleinste natürliche Zahl zu finden, die bei Division durch 2, 3, 4, 5 und 6 jeweils
den Rest 1 lässt, und durch 7 teilbar ist. Gesucht ist also die kleinste positive Lösung x der simultanen Kongruenz
- x ? 1 mod 2
- x ? 1 mod 3
- x ? 1 mod 4
- x ? 1 mod 5
- x ? 1 mod 6
- x ? 0 mod 7
Da die Moduln nicht teilerfremd sind, kann man nicht direkt den Chinesischen Restsatz (mit Lösungsverfahren) anwenden. Man
kann aber die ersten fünf Bedingungen zusammenfassen zu x ? 1 mod kgV(2, 3, 4, 5, 6), d.h. zu finden ist eine Lösung
von
- x ? 1 mod 60
- x ? 0 mod 7.
Dieses Kongruenzsystem ist nun mit dem Chinesischen Restsatz lösbar. (Die Lösung sei dem Leser überlassen.)
Aussage für Hauptidealringe
Sei R ein Hauptidealring, dann lautet der Chinesische
Restsatz für R so:
Sind m1, ..., mn paarweise teilerfremd und m ihr Produkt, dann ist der
Faktorring R/mR isomorph zum Produktring
R/m1R × ... × R/mnR durch den Isomorphismus
Aussage für allgemeine Ringe
Eine der allgemeinsten Formen des Chinesischen Restsatzes ist eine Formulierung für einen beliebigen Ring R.
Sind I1, ..., In (beidseitige) Ideale, so dass Ii + Ij = R für i ? j (man
nennt die Ideale dann teilerfremd), und sei I das Produkt der Ideale, dann ist I gleich dem Durchschnitt der
Ij und der Faktorring R/I ist isomorph zum Produktring R/I1 ×
... × R/In durch den Isomorphismus
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