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Die Verbundentropie bzw. Blockentropie ist die Verallgemeinerung der Shannonentropie für eine multivariate Zufallsvariable.
Sei X eine multivariate Zufallsvariable (ein Zufallsvektor) Länge k und x eine
Realisierung von X über einer Symbolmenge Z (beispielsweise eine DNA-Sequenz mit Z={A,G,C,T}). Sei weiterhin I eine Information (z.B. ein Text) der Länge n>k über
der gleichen Symbolmenge Z. Betrachtet man nun eine Realisierung x als eine Folge von Symbolen
xj aus z (genannt Block), dann gibt die Verbundwahrscheinlichkeit

an, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein bestimmter k-Zeichen-Block in I vorkommt. Die Menge aller
möglichen Realisierungen bzw. Blöcke sei [X]k. Man kann darüber die Blockentropie
definieren:
Die Menge [X]k wird in den meisten Fällen auch Realisierungen enthalten, die nicht in I
vorkommen, also pk(x)=0. Die Anzahl aller möglichen Realisierungen
|[X]k| ist gemäß Kombinatorik gegeben durch:
- | [X]k | = | Z | k
Eine allgemeinere Formulierung der Verbundentropie H(X1,X2) für zwei
Zufallsvariablen X1 und X2 ist gegeben durch
- H(X1,X2) = H(X1) +
H(X2 | X1)
die Summe aus der Entropie von X1 und der bedingten Entropie von
X2 unter gegebenem X1. Sind X1 und X2 unabhängig,
dann gilt (äquivalent zur bedingten
Wahrscheinlichkeit):
- H(X1,X2) = H(X1) +
H(X2)
Die bedingte Entropie wird im Folgenden erläutert.
| Inhaltsverzeichnis |
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1 Bedingte Entropie
1.1 Der zweidimensionale Fall
2 Quellentropie
3 Siehe auch
4 Weblinks
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Bedingte Entropie
Die bedingte Entropie von zwei Zufallsvariablen X und Y ist die Unsicherheit über Y, die
verbleibt, wenn X bereits bekannt ist. Sind X und Y voneinander unabhängig, dann bleibt die
Entropie von Y vollständig erhalten. Sind X und Y aber voneinander abhängig, dann kann die
bedingte Entropie kleiner sein als im unabhängigen Fall.
Formal ist die bedingte Entropie H(X|Y) definiert durch:
Für den Fall, dass X und Y unabhängig sind, ergibt sich:
- H(Y | X) = H(Y)
Übertragen auf eine multivariate Zufallsvariable X der Länge k (siehe oben), als Darstellung für einen k-Block
von Symbolen (x1,..,xk), lässt sich die bedingte Entropie hk
definieren als die Unsicherheit eines Symbols xk+1 (nach einem bestimmten vorgegebenen k-Block):
- hk: = Hk + 1 - Hk , mit
h0: = H1
wobei Hk+1 bzw. Hk die Blockentropie ist.
Der zweidimensionale Fall
Wenn das Auftreten eines Zeichens xi nur vom vorherigen Zeichen xj abhängt (wie etwa
in der "101010..."-kette) erhält man aus
-
| H(X,Y) = |
? |
? |
p(xi,yj)logp(xi,yj) |
|
i |
j |
|
und
- p(xi,yj) =
p(xi)p(yj | xi)
den Ausdruck
wobei xi den Zustand, d.h. die Folge der vorhergehenden Symbole, bezeichnet und
p(yj|xi) ist die bedingte Wahrscheinlichkeit von yj gegeben xi. Die
Verbundwahrscheinlichkeit von
xi und yj, p(xi,yj) ist wiederum die
Wahrscheinlichkeit des gemeinsamen Auftretens von xi und yj.
Es folgt für die bedingte Entropie h1, also die Unsicherheit eines Symbols nach einem 1-Block:
-
| h1 = H2 - H1 = H(X) + H(Y | X) -
H(X) = H(Y | X) = - |
? |
p(xi) |
? |
p(yj | xi)log2p(yj |
xi) |
|
i |
|
j |
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Quellentropie
Schließlich ist zu bemerken, dass die beiden vorgenannten Definitionen im Grenzübergang gleichwertig sind; man erhält einen Ausdruck, der die Entropie pro Symbol unabhängig von der
Blocklänge beschreibt, die so genannte Quellentropie (source entropy):
Es gelten die Ungleichungen
Siehe auch
Kullback-Leibler Entropie, Zeitreihenanalyse
Weblinks
- http://www.data-compression.com/theory.html#entropy
- http://et.ti.uni-mannheim.de/lehre/skripten/et/et16.pdf
- http://summa.physik.hu-berlin.de/~frank/download/web-tueb.pdf
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