|
Die Binomischen Formeln sind in der elementaren
Algebra verbreitete Formeln zur Darstellung und zum Lösen von Quadrat-Binomen. Sie
werden als Merkformeln verwendet, die zum einen das Ausmultiplizieren von Klammerausdrücken erleichtern. Zum anderen erlauben sie
die Term-Umformung von bestimmten Summen und Differenzen in Produkte (das Faktorisieren), was bei der
Vereinfachung von Bruchtermen, beim Radizieren von Wurzeltermen sowie Logarithmenausdrücken sehr oft
die einzige Lösungsstrategie darstellt.
| Inhaltsverzeichnis |
|
1 Formeln
2 Veranschaulichung
3 Bedeutung
4 Weblinks
|
Formeln
1.
Binomische Formel (Plus-Formel)
2.
Binomische Formel (Minus-Formel)
3. Binomische Formel
(Plus-Minus-Formel)
Die Begründung der Formeln ist durch Ausmultiplizieren einzusehen:



Diese Formeln, häufig in der Mathematik benutzt, bieten auch eine Hilfe beim
Kopfrechnen. Das Quadrat einer Zahl zwischen 10 und 100 lässt sich oft einfach mit der binomischen Formel bestimmen.
Beispielsweise ist

oder ausführlich

Binomische Formeln lassen sich auch für höhere Potenzen angeben, diese Verallgemeinerung ist der binomische Lehrsatz. Man benutzt dazu die Binomialkoeffizienten, die mittels des Pascalschen Dreiecks leicht zu bestimmen sind.
Veranschaulichung
 |
Nebenstehendes mehrfarbiges Quadrat hat die
Seitenlänge (a+b). Wie sofort ersichtlich ist, passen zwei kleinere Quadrate
a² und b² hinein, und es bleiben zwei Rechtecke mit gleicher Fläche a·b
übrig. |
 |
Im zweiten Bild ist a² das blau umrahmte Quadrat. Soll daraus ein Quadrat der Seitenlänge
(a-b) erzeugt werden, wird zuerst die rot umrahmte Fläche a·b abgezogen. Eine
ebenso große liegende Fläche kann erst abgezogen werden, wenn zuvor das kleine Quadrat b² addiert wird. |
 |
Im dritten Bild ist a² das hell- und dunkelblaue Quadrat. Wird das kleine Quadrat
b² davon abgezogen und das verbleibende helle Rechteck gedreht unten angehängt, so entsteht ein
Rechteck der Breite (a-b) und der Höhe (a+b). Fazit: Die Fläche dieses
Rechtecks ist um den Betrag b² kleiner als die Fläche von a². |
Bedeutung
Mit Hilfe der binomischen Formel lassen sich Multiplikation und Division auf die einfacheren Rechenarten Quadrieren, Addieren,
Subtrahieren, Halbieren und Verdoppeln zurückführen:
Die erste und zweite Binomische Formel liefern für das Produkt zweier Zahlen a und b:

Wer an Stelle des Einmaleins die ersten hundert Quadratzahlen kennt, kann so das allgemeine Produkt zweier Zahlen leicht
berechnen. In Ermangelung eines Ziffernsystems mit Null haben nachweislich die Babylonier so gerechnet und in der ganzen Antike
und im Mittelalter wird man so gerechnet haben. Die angebliche Umständlichkeit der antiken Zahlsysteme wird damit relativiert, da
man mit diesen Zahlsystemen sehr gut addieren und subtrahieren konnte.
Die dritte binomische Formel ist nicht nur ein Kopfrechenkniff, sondern liefert auch ein Verfahren, die Division auf die
Multiplikation und eine einfachere Division zurückzuführen. Durch Erweiterung eines Nenners a+b mit dem so genannten konjugierten
a-b wird die Division durch algebraische Zahlen auf die Division von rationalen Zahlen zurückgeführt und die Division von
komplexen (und hyperkomplexen) Zahlen auf die Division durch reelle Zahlen.
Weblinks
Binomische Formeln zum Online-Ausprobieren (http://www.niester.de/n_mathematik/listings/binomische/)
|