|
Lawrence Robert Klein (*14. September 1920) erhielt 1980 den Nobelpreis
für Wirtschaftswissenschaften in Anerkennung seiner Forschung zu computergestützten ökonometrischen Modellen und deren Anwendung
auf die Analyse von Konjunkturzyklen und die Wirtschaftspolitik.
Leben
Klein stammt aus Omaha, Nebraska. Seine Kindheit und Jugendjahre waren überschattet von der Weltwirtschaftskrise, was seine späteren beruflichen Interessen
förderte, ebenso wie seine schon an der Schule auffallende Begabung für Mathematik. Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs fiel mit dem Übergang Kleins von der Schule an die
Universität zusammen. Als Student fragte er sich, wie die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen zusammenhängen. Sein
gesamtes späteres Berufsleben kreiste um dieses Thema.
Er studierte Volkswirtschaft an der University of California in Berkeley. Anschließend wechselte er zum Institut von Paul Samuelson am Massachusetts Institute of Technology, wo er 1944 promovierte. Die nächste Station
seiner akademischen Karriere war die University of Chicago (1944 - 1947), wo er ein mathematisches Modell der
U.S.-Volkswirtschaft erarbeitete, um den Verlauf von Konjunkturzyklen zu verstehen und die Auswirkung wirtschaftspolitischer
Massnahmen vorherzusagen. Dieses Modell sagte im Widerspruch zur gängigen Meinung einen wirtschaftlichen Aufschwung in der
Nachkriegszeit voraus, was sich bewahrheiten sollte. Ebenfalls korrekt voraussagen konnte er eine leichte Depression nach
Beendigung des Koreakrieges.
Es folgten Aufenthalte am National Bureau of Economic Research (1948 - 1950) und an der University of Michigan (1949 - 1954).
Hier verfeinerte er seine Modelle und entwickelte zusammen mit Arthur Goldberger das berühmt gewordene makroökonomische
Klein-Goldberger-Modell. Dieses benutzte Grundlagen von Jan
Tinbergen, dem ersten Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften (1969), verwendete aber eine andere ökonomische Theorie
und andere statistische Verfahren.
Die antikommunistische Kampagne von Senator McCarthy verhinderte eine
Festanstellung von Klein an der Universität Michigan, weil er von 1944 bis 1946 Mitglied der amerikanischen kommunistischen
Partei war. Später führte er dies auf "jugendliche Naivität" zurück.
Er ging für einige Jahre nach England an die Oxford University
(1954 - 1958). Nach Abklingen der McCarthy-Hetzkampagne kehrte er zurück in die USA, an die Wharton School der University of
Pennsylvania, wo er bis zur Emeritierung lehrte und forschte.
1959 erhielt Klein die John Bates Clark Medal, eine der beiden renommiertesten Auszeichnungen auf dem Gebiet der
Volkswirtschaft.
Klein erarbeitete in den 60er Jahren eine Serie ausgefeilter ökonometrischer Modelle, die als Wharton-Modelle weite
Anwendung fanden. Er gründete die Beratungsfirma WEFA (Wharton Econometric Forecasting Associates),
heute Global Insights. Ein gleichzeitig noch umfassenderes und detaillierteres weltweites ökonometrisches Modell wurde,
gemeinsam mit anderen Forschungsgruppen, im Projekt Link erarbeitet. Dieses Modell versucht, die Auswirkungen
ökonomischer Entwicklungen in einem Land auf andere Volkswirtschaften zu modellieren.
1976 koordinierte Klein die wirtschaftspolitischen Themen des Präsidentschaftskandidaten Jimmy Carter. Eine darauf folgende Einladung des Präsidenten Carter in dessen Regierungsmannschaft lehnte er
allerdings ab.
1977 wurde Klein zum Präsidenten der Econometric Society und der American Economic Association gewählt. Über
30 Universitäten weltweit verliehen ihm die Ehrendoktorwürde.
Die Begründung für die Nobelpreisverleihung schließt mit der Feststellung, daß "wenige, wenn überhaupt ein
Volkswirtschaftler eine so zahlreiche Schar wissenschaftlicher Jünger und einen so großen Einfluß hatte wie Lawrence
Klein."
Ausgewählte Veröffentlichungen
- An essay on the theory of economic prediction. Markham Pub. Co., Chicago 1970 ISBN 0841020051
- Economic Fluctuations in the United States 1921-41. (1950)
- An Econometric Model of the United States, 1929-52. (with AS Goldberger, 1955)
- The Keynesian Revolution Macmillan, London (1947) ISBN 0333081315
- The Wharton Econometric Forecasting Model (with MK Evans, 1967)
- A Textbook of Econometrics (1973) ISBN 0139128328
- The Brookings Model (With Gary Fromm. 1975)
- Econometric Model Performance (1976)
- An Introduction to Econometric Forecasting and Forecasting Models (1980) ISBN 0669028967
- Econometric Models As Guides for Decision Making (1982) ISBN 0029174309
- The Economics of Supply and Demand 1983
- Economics, Econometrics and The LINK (with M Dutta, 1995) ISBN 0444817875
Weblinks
Klein's Homepage an der University of Pennsylvania (http://www.econ.upenn.edu/cgi-bin/mecon/bin/view.cgi?id=18)
Autobiografie, Stand 1980 (http://www.nobel.se/economics/laureates/1980/klein-autobio.html)
Liste von Veröffentlichungen und weiterführende Links (http://cepa.newschool.edu/het/profiles/klein.htm)
Dieser Beitrag basiert zu großen Teilen auf der englischen Wikipedia.
|