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In der Mathematik ist eine Laurentreihe eine unendliche Reihe ähnlich zu einer Potenzreihe, aber zusätzlich mit negativen Exponenten. Allgemein hat eine Laurentreihe in x mit
Entwicklungspunkt c diese Gestalt:

Dabei sind die an und das c meist komplexe Zahlen, es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die im Abschnitt "Formale Laurentreihen"
beschrieben sind. Für komplexe Laurentreihen benutzt man meist die Variable z statt x.
Summanden, in denen ak = 0 ist, werden meist nicht mitgeschrieben, deshalb muss nicht jede Laurentreihe in
beide Richtungen ins Unendliche gehen. (Wie es auch bei Potenzreihen gehandhabt wird, und ähnlich zur Darstellung abbrechender
Dezimalbrüche, die eigentlich unendlich viele Nullen hinter den letzten
Ziffern haben.)
Die Reihe der Terme mit negativen Exponenten nennt man den Hauptteil der Laurentreihe, die Reihe der Terme
mit nichtnegativen Exponenten nennt man den Nebenteil.
Eine Laurentreihe ohne Hauptteil (Terme mit negativem Exponent) ist eine Potenzreihe, hat sie außerdem nur endlich viele Terme mit positivem Exponenten, dann ist sie ein Polynom. Hat eine Laurentreihe insgesamt nur endlich viele Terme (mit negativem oder
positivem Exponent), dann nennt man sie ein Laurent-Polynom.
Beispiele
Betrachte die Funktion f(x) = exp(-1/x2) mit f(0):=0. Als reelle Funktion ist
f unendlich oft differenzierbar, als komplexe
Funktion ist sie jedoch in x = 0 nicht differenzierbar.
Indem man nun -1/x2 in die Potenzreihenentwicklung der Exponentialfunktion einsetzt, erhält man die die Laurentreihe von f mit Entwicklungspunkt
0:

Sie konvergiert für jede komplexe Zahl x außer für x = 0 (wo bereits die Summanden nicht definiert
sind).
Das nachfolgende Bild zeigt, wie sich die Partialsummenfolge

an die Funktion annähert (die Kurve für n = ? ist f selbst).

Konvergenz von Laurentreihen
Laurentreihen sind wichtige Hilfsmittel der komplexen Analysis, vor allem zur
Untersuchung von Funktionen mit Singularitäten.
Laurentreihen beschreiben komplexe Funktionen, die auf einem Kreisring
holomorph sind, so wie Potenzreihen Funktionen beschreiben, die auf einem
Kreis holomorph sind.
Sei

eine Laurentreihe in z mit komplexen Koeffizienten an und Zentrum c. Dann gibt es zwei
eindeutig bestimmte Zahlen r und R, so dass folgendes gilt:
- Die Laurentreihe konvergiert auf dem offenen Kreisring A := {z : r < |z -
c| < R}. Damit meint man, dass sowohl die Reihe der Terme mit positiven Exponenten als auch die Reihe der Terme mit negativen Exponenten
konvergieren. Diese Konvergenz ist gleichmäßig auf jeder kompakten Teilmenge von
A. Die Laurentreihe definiert auf A eine holomorphe Funktion f(z).
- Außerhalb des Kreisrings divergiert die Laurentreihe. Das heißt, dass für jeden Punkt im Äußeren von A,
{z : r > |z - c| oder |z - c| > R}, die Reihe der Terme
mit positiven oder die Terme mit negativen Exponenten divergiert.
- Auf dem Rand des Kreisrings kann man keine allgemeinen Aussagen machen, außer dass es mindestens einen Punkt auf der äußeren
Begrenzung und mindestens einen Punkt auf der inneren Begrenzung gibt, in die f(z) nicht holomorph fortgesetzt
werden kann.
Es ist möglich, dass r = 0 und R = ? ist, es kann aber auch sein, dass r = R ist. Die
beiden Radien können so berechnet werden:


Man setzt R = ?, falls die zweite Formel 1/R = 0 ergeben sollte.
Umgekehrt kann man mit einem Kreisring A = {z : r < |z - c| <
R} und einer auf A holomorphen Funktion f beginnen. Dann existiert immer eine Laurentreihe mit
Entwicklungsstelle c, die (mindestens) auf A konvergiert und dort mit f übereinstimmt.
Der Fall r = 0, also der einer holomorphen Funktion f auf einer gelochten Kreisscheibe um c, ist
besonders wichtig. Der Koeffizient a-1 der Laurentreihenentwicklung von f heißt Residuum von f in der Singularität c, er spielt eine große Rolle im
Residuensatz.
Formale Laurentreihen
Formale Laurentreihen sind Laurentreihen in der Unbestimmten X, die ohne Rücksicht auf
Konvergenzbetrachtungen benutzt werden. Die Koeffizienten ak können dann aus einem beliebigen kommutativen Ring
K stammen. In dieser Situation ist es jedoch nur sinnvoll, Laurentreihen mit nur endlich vielen negativen Exponenten zu
betrachten (also mit einem so genannten endlichen Hauptteil), und die Entwicklungsstelle c auf 0
festzulegen.
Zwei solche formale Laurentreihen sind per Definition genau dann gleich, wenn sie in allen Koeffizienten übereinstimmen. Zwei
Laurentreihen werden addiert, indem man ihre entsprechenden Koeffizienten addiert, und weil sie nur endlich viele Terme mit
negativem Exponenten haben, können sie durch Faltung
ihrer Koeffizientenfolgen multipliziert werden (man multipliziert sie einfach formal aus, wie man es mit Potenzreihen macht). Mit
diesen Verknüpfungen wird die Menge aller Laurentreihen über einem kommutativen Ring K zu einem kommutativen Ring, der
mit K((X)) bezeichnet wird.
Ist K ein Körper, dann bilden die
formalen Potenzreihen in der Unbestimmten X über K einen
Integritätsring, der mit K[[X]] bezeichnet
wird. Sein Quotientenkörper ist isomorph zum Körper K((X)) der Laurentreihen über K.
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